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Gemüse vorziehen: So geht´s

Könnt ihr es auch kaum abwarten, dass die Gartensaison endlich startet? Mir geht es jeden falls so. Dieses Jahr bin ich voll im Anzuchtfieber und plane gerade, was alles vorher zu Hause anwachsen soll. Vielleicht seid ihr auch gerade dabei, euren Garten oder Balkon zu planen und habt noch die ein oder andere Frage zu dem Thema? Dann habe ich hier ein FAQ zum Thema Pflanzen zu Hause vorziehen für euch.

Warum sollte man Pflanzen vorziehen?

Ganz einfach: Viele Gemüse- und Kräuterpflanzen benötigen bei uns einfach viel Zeit bis sie erntereif sind und außerdem vertragen sie die Kälte nicht. Schließlich kann es bei uns gut mal passieren, dass wir im März oder April noch Frost bekommen – für die kleinen Pflänzchen absolut schädlich. Daher sollte man sie zum Beispiel auf der heimischen Fensterbank vorziehen und später dann ins Freilandbeet setzen.

Wann beginnt man mit dem Vorziehen?

Bereits Ende Februar/Anfang März kann man mit dem Vorziehen auf der eigenen Fensterbank beginnen. Einige Gemüsesorten eignen sich auch noch später, bevor es dann ab ins große Beet geht. Ich habe euch einmal etwas weiter unten eine kleine Übersicht erstellt, wann welche Pflanze vorgezogen und ins Beet gesetzt werden kann (Dies ist meine Pflanzplanung, es gibt noch einige mehr, die man vorziehen kann.) Denn es gilt auch: Zu lange sollen die Pflänzchen auch nicht auf der Fensterbank gedeihen. Sonst werden sie hier zu groß und müssen wieder umgetopft werden, bevor es dann ins Beet geht.

Welche Pflanzen sollte man vorziehen?

Diese Pflanzen eignen sich unter anderem zum Vorziehen. In der Übersicht seht ihr auch, wann sie zirka vorgezogen werden sollten und wann es für sie raus ins Beet geht. Wie immer gilt: einfach ausprobieren und auch eigenen Erfahrungen sammeln! Auf vielen Saatgutverpackungen steht außerdem drauf, wann sie ins Beet sollten.

Übersicht zum Vorziehen von Gemüse und Kräutern

(Achtung: Tabelle wird in der mobilen Ansicht nicht korrekt dargestellt im Hochformat)

Pflanze

Paprika

Peperoni/Chili

Kohlrabi

Petersilie

Sellerie

Tomaten

Gurken

Kürbis

Zucchini

Vorziehen

Ende Februar

Ende Februar

Ende Februar

ab März

Ende Februar

Ende März

April

Mitte April

Ende April

Wann ins Beet?

ab Mitte Mai

ab Mitte Mai

ab Mitte April

ab April

ab Mitte Mai

ab Mitte Mai

ab Mitte Mai

ab Mitte Mai

ab Mitte Mai

Welches Gemüse sollte man nicht vorziehen?

Es gibt tatsächlich einige Pflanzen, die man nicht unbedingt vorziehen sollte. Dazu gehören erst einmal alle Wurzelgemüse – sprich rote Beete, Rettich, Pastinaken, Möhren und Co. Die Wurzeln sind einfach zu stark und groß – Sie mögen das Umtopfen nicht und sollten daher direkt im Beet ausgesät werden. Auch Radieschen, Bohnen und Erbsen gibst du lieber direkt ins Beet.

Welche Erde eignet sich zum Vorziehen?

Es gibt spezielle Anzuchterde. Im Gegensatz zu gewöhnlicher Blumenerde enthält diese weniger Nährstoffe. Und das soll gut sein? Ja, tatsächlich! Denn ansonsten würden die Pflänzchen vorschnell in die Höhe schießen. Sie sollen aber lieber tiefe Wurzeln ausbilden, um später in der herkömmlichen Erde die Nährstoffe gut aufnehmen zu können. Außerdem ist Anzuchterde lockerer und keimfrei. So soll das Risiko von beispielsweise Pilzbefall verringert werden. Achte beim Kauf bitte darauf, dass die Anzuchterde torffrei ist. So werden unsere Moore geschützt. Du kannst auch einfach Kokosquelltabletten verwenden.

Welchen Standort zum Vorziehen wählen?

Du suchst am besten einen sonnigen, warmen Platz für deine Pflänzchen – vielleicht die Fensterbank in der Küche? Licht ist tatsächlich ein entscheidender Faktor. Hast du keinen geeigneten Platz, kannst du auch mit künstlichem Licht arbeiten – beispielsweise professionelle Pflanzen-LED-Lampen. Außerdem brauchen die Pflanzen Wärme zum keimen. Temperaturen um die 25 Grad sind perfekt. Frischhaltefolie zu Beginn als Abdeckung anbringen, damit es warm bleibt. Außerdem vor Zugluft schützen. Wenn die Keimlinge gesprossen sind, kann die Folie entfernt werden – und die Pflanzen etwas kühler stehen (so bei zirka 18 Grad).

Welche Anzuchtöpfe verwenden?

Man kann spezielle Anzuchttöpfe im Bau- oder Gartenmarkt kaufen. Du kannst sie aber auch aus Pappe selber machen. Wie das genau funktioniert? Das zeigt dieser NDR-Beitrag.

Wie säe ich aus?

Hast du Töpfe und Erde organisiert, geht es ans aussäen. Generell gilt: Nicht zu eng aneinander säen. Bilden sich die ersten Keimblätter, solltest du mit dem Pikieren starten. Das heißt, dass du die Pflänzchen ganz vorsichtig in einzelne Töpfe setzt – beispielsweise mithilfe eines Eisstiels oder einem dünnen Holzstab. Vorsichtig dann in einen eigenen Anzuchttopf setzen (ebenfalls mit Anzuchterde). Du kannst natürlich auch gleich einfach weniger Saatgut in einen Topf geben. Dann sparst du dir das Pikieren. So mache ich es dieses Jahr jedenfalls.

Wie pflege ich meine Anzuchtpflanzen?

Auf jeden Fall solltest du die Erde immer feucht halten – am besten mit einer Sprühflasche regelmäßig befeuchten. Wenn die Pflanzen aufgegangen sind, kann man die Erde gerne mal trocknen lassen und dann erst wieder wässern. So soll die Wurzelbildung angeregt werden.

Was sollte ich sonst noch beim Vorziehen unbedingt beachten?

Neben hochwertiger Erde sollte natürlich auch das Saatgut von guter Qualität sein. Ich verwende ausschließlich Bio-Saatgut mit dem Demeter-Sigel. Außerdem ist es ratsam, die Pflanztöpfe zu beschriften – beispielsweise mit Eisstäbchen (gibt es im Bastelladen). Sonst verlierst du schnell den Überblick.

Viel Spaß beim Vorziehen!

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