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31 Betriebe, eine gemeinsame Idee: die Naturparkpartner an der Schlei

Morgens im Hofladen an der Ecke wandern frisches Brot, Eier und Käse aus der Umgebung in den Einkaufskorb. Danach geht es raus in die Natur – vielleicht mit dem Rad an der Schlei entlang, vorbei an Wasser, Wiesen und Knicks. Am Nachmittag bleibt Zeit, noch etwas Neues zu entdecken, bevor der Tag in einem Restaurant ausklingt, in dem regionale und saisonale Zutaten auf der Speisekarte stehen. Für die Nacht wartet eine Unterkunft, die sich nicht nur Gedanken darüber macht, wie ihre Gäste bequem schlafen, sondern auch, wie sich wertvolle Ressourcen sparen lassen. Wer an der Schlei unterwegs ist, kann so ganz unterschiedlichen Betrieben begegnen und trotzdem immer wieder auf dasselbe Zeichen stoßen: das der Naturparkpartner. 28 Naturparkpartner mit insgesamt 31 Betrieben tragen es inzwischen. Sie sind so unterschiedlich wie die Region selbst und verbindet doch eine gemeinsame Idee: den Naturpark Schlei erlebbar zu machen und sich für den Erhalt seiner Natur- und Kulturlandschaft einzusetzen.

Mehr als ein Schild an der Tür

Seit 2023 zeichnen der Naturpark Schlei e. V. und die Ostseefjord Schlei GmbH Betriebe als Naturparkpartner aus. Die Idee dahinter ist nicht nur an der Schlei zu Hause: Ihren Ursprung hat sie im bundesweiten Projekt „Katzensprung“ des Verbands Deutscher Naturparke. Das Projekt selbst ist inzwischen beendet, die entstandenen Partnernetzwerke werden jedoch weitergeführt.

Fotos (von oben links nach unten rechts): Bild 1: Naturerlebnishof Helle (copyright: Neh Helle); Bild 2: Odins Haithabu (copyright: Odins Haithabu); Bild 3: Janbecks FAIRhaus (copyright: Janbecks FAIRhaus); Bild 4: Odins Haithabu (copyright: Odins Haithabu).

Foto: Ferienhaus Alte Schmiede Ulsnis (Copyright: Morwenna Severon).

Wer Naturpark-Partner werden möchte, muss einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen. Dazu gehören Anforderungen in den Bereichen Kommunikation, Nachhaltigkeit, Kulturlandschaft und Region sowie die Mitarbeit im Netzwerk. Außerdem muss ein Betrieb im Gebiet des Naturparks ansässig sein oder sich dort regelmäßig für dessen Ziele engagieren.

Was auf dem Papier erst einmal abstrakt klingt, wird im Alltag schnell konkret. Je nach Betrieb können dazu beispielsweise die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten, die Reduzierung von Einwegverpackungen oder Informationen zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehören. Gastronomiebetriebe müssen beispielsweise mindestens 50 Prozent regionale Produkte bei der Zubereitung ihrer Speisen verwenden. Welche Anforderungen gelten, hängt dabei auch von der jeweiligen Branche ab.

Hinzu kommt der Blick nach vorn: Die Partner verpflichten sich, neue Maßnahmen zu entwickeln und innerhalb der folgenden zwölf Monate umzusetzen. Das kann beispielsweise eine Totholzhecke als Lebensraum für Insekten sein, aber auch eine Nachhaltigkeitschallenge für die eigenen Mitarbeitenden.

Fotos (von oben links nach rechts): Bild 1: BARFUSS-Park Schwackendorf (copyright freshconcept); Bild 2: Töpferei Stock (copyright: Anika Raube); Bild 3: SchleiRadgeber (copyright: Bettina Seewald); Bild 4: Campingplatz Hellör (copyright: Lena Uck).

Fotos (von links nach rechts): Bild 1: Campingplatz Lindaunis (copyright: Camping Lindaunis); Bild 2: Bio von hier (copyright: biovonhier).

So wird ein Betrieb Naturpark-Partner

Einfach ein Logo an die Tür kleben? So funktioniert es nicht. Interessierte Betriebe gehen zunächst gemeinsam mit den Verantwortlichen den Kriterienkatalog durch. Anschließend prüft ein interner Vergaberat des Netzwerks die Bewerbung. Nach erfolgreicher Aufnahme erhalten die Betriebe eine Urkunde, eine Plakette und das offizielle Naturpark-Partner-Logo.

Und auch danach ist nicht Schluss: Die Auszeichnung gilt für drei Jahre. Anschließend können die Betriebe ihre Partnerschaft erneuern lassen und müssen sich dafür erneut mit den Anforderungen auseinandersetzen. Für Gäste und Einheimische soll die Auszeichnung damit eine Orientierung und sichtbar machen, welche Betriebe sich im Rahmen des Partnernetzwerks mit den Zielen des Naturparks auseinandersetzen und dafür festgelegte Kriterien erfüllen.

Fotos (von oben links nach unten rechts): NORDEN Festival (copyright: hejnorden gmbh); Bild 2: Naturerlebniszentrum Maasholm (copyright: Franz Boehmer); Bild 3: Hotel F.Ritz (copyright: Hotel Fritz); Bild 4: Hotel Waldschlösschen (copyright: Hotel Waldschlösschen); Bild 4: Naturerlebnishof Helle (copyright: Neh Helle).

Ein Netzwerk für Gäste und Einheimische

Im besten Fall begegnet einem das Netzwerk an der Schlei immer wieder – beim Einkaufen und Essen ebenso wie beim Übernachten oder bei einem Ausflug. Genau dahinter steckt die Idee unterschiedliche Angebote in der Region miteinander zu verknüpfen und dabei auch Themen wie regionale Wertschöpfung und den Umgang mit natürlichen Ressourcen stärker in den Blick zu nehmen.Das Netzwerk richtet sich dabei nicht nur an Urlaubsgäste. Gerade für Menschen aus der Region kann es eine Einladung sein, die eigene Umgebung noch einmal anders kennenzulernen: Welche Lebensmittel werden direkt vor der eigenen Haustür produziert? Welche Freizeitangebote gibt es? Und welche Betriebe beschäftigen sich ganz bewusst damit, wie sie mit Ressourcen und ihrer Region umgehen?

Dass das Interesse an regionalen Angeboten vorhanden ist, merkt der Naturpark beispielsweise an der Nachfrage nach seinem regionalen Einkaufsführer. Trotzdem weiß Maren Thiesen vom Naturpark Schlei: Wie bewusst Menschen einkaufen, essen oder Urlaub machen können und möchten, ist immer auch eine Frage des Preises. Das Netzwerk schafft deshalb zunächst einmal eines: Orientierung und Sichtbarkeit.

Zusammen geht mehr

Denn hinter den Naturpark-Partnern stehen vielfach kleinere, regional verwurzelte Betriebe. Für sie kann es allein schwieriger sein, Aufmerksamkeit zu bekommen. Als Netzwerk eröffnen sich andere Möglichkeiten.

Die Naturpark-Partner werden über die Webseiten und Social-Media-Kanäle des Naturparks Schlei und der Ostseefjord Schlei GmbH beworben und in den Touristinformationen in Kappeln und Schleswig gezielt vermittelt. Dazu kommt der Bonuspass: Wer verschiedene Partnerbetriebe besucht und Stempel sammelt, kann sich anschließend in einer der Touristinformationen einen kleinen Gewinn abholen.

Doch das Netzwerk soll nicht nur nach außen wirken. Mindestens einmal im Jahr kommen die Partnerinnen und Partner zusammen, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln gemeinsame Projekte. Anfang Oktober führte eine Exkursion beispielsweise zu den Nationalparkpartnern nach St. Peter-Ording, um sich dort Inspiration zu holen und Erfahrungen auszutauschen. Künftig sollen Netzwerktreffen außerdem bei wechselnden Partnerbetrieben weitergeführt und direkt mit einer Betriebsbesichtigung verbunden werden.

Was die Schlei schützenswert macht

Bei all den Kriterien, Logos und Projekten geht es am Ende um etwas Größeres: die Region selbst. Diese ist eng mit ihrem Herzstück der Schlei verbunden. „Nur was der Mensch kennt und schätzt, ist es ihm auch wert zu schützen“, betont Maren Thiesen. Ein Satz, der auch die Idee hinter dem Naturparkpartner-Netzwerk ziemlich gut zusammenfasst. Die Betriebe sind Teil dieser Region, leben von ihr und machen sie gleichzeitig für andere erlebbar. Wer regional einkauft, dort übernachtet, isst oder seine Freizeit verbringt, lernt im besten Fall also nicht nur einen Betrieb kennen, sondern auch ein kleines Stück Naturpark Schlei.

Foto: Campingplatz Hellör (copyright: Lena Uck).

Alle Naturpark-Partner auf einen Blick

Vom Biohof über Campingplätze und Ferienunterkünfte bis zu Gastronomie, Naturerlebnis und Freizeitangeboten: Insgesamt 31 Betriebe gehören aktuell zum Naturparkpartner-Netzwerk. Auf unserer Karte findet ihr sie alle und vielleicht liegt der nächste Naturpark-Partner näher, als ihr denkt.

Infokasten: Naturpark Schle

Was ist eigentlich ein Naturpark?
Ein Naturpark ist kein Tierpark, sondern ein großräumiges Schutzgebiet. Dabei geht es nicht allein darum, Natur und Landschaft zu bewahren. Naturparke sollen ihre Region auch nachhaltig entwickeln, Natur für Menschen erlebbar machen und Wissen über die Umwelt vermitteln.

Was macht den Naturpark Schlei besonders?
Sein Herzstück ist die Schlei. Rund um den Meeresarm finden sich ganz unterschiedliche Lebensräume – von Wasser und Salzwiesen bis zu Wäldern und den für Schleswig-Holstein typischen Knicks. Zum Naturpark gehören 39 Mitgliedsgemeinden. Seine Arbeit verbindet den Schutz von Natur und Kulturlandschaft mit Umweltbildung, Naturerlebnissen und einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Warum das wichtig ist?
Maren Thiesen vom Naturpark bringt es so auf den Punkt: „Nur was der Mensch kennt und schätzt, ist es ihm auch wert zu schützen.“